Dienstag, 8. Mai 2012

"Willst du auch was abhaben?", fragt sie und hält mir irgendwas zu essen hin. "Achne, du isst ja nichts", sagte sie dann. Ja, ich bin die, die nichts isst. So sehen mich meine Mitschülerinnen also. "Ich hab dich noch nie was essen sehen... Ach doch, einen Salat. Einmal", sagt dann eine andere. Ich lächel sie nur an und meinte, ich hätte heute schon was gegessen.
"Du lachst gar nicht mehr", sagt mein Vater beim Mittagessen zu mir. Wie soll ich auch lachen, wenn du mich immer nur alleine lässt? Du dich nicht für mich interessierst? Jetzt, wo meine Mutter ein paar Tage weg war, habe ich gemerkt wie sehr sie mir einfach fehlt. Sie interessiert sich wenigstens immer ein bisschen für das, was ich tue und manchmal auch dafür wie es mir geht. Wobei ich eh immer sage, dass es mir gut geht. Egal, auf jeden Fall geht es mir mit meinem Vater allein noch 1000x schlechter als ohnehin schon. Ich bin froh, dass sie heute wiederkommt.
Ich liege auf seinem Sofa, ihm den Rücken zugekehrt und weine leise, ich will gar nicht weinen, wische mir die Tränen immer sofort in meine Jacke. Manchmal schluchze ich leise, wobei ich hoffe, dass er das nicht hört. Er sitzt am Pc und macht irgendwas. Nach einer Weile legt er sich zu mir. "Was ist los?", fragt er mich. Ich versuche mich so zu drehen, dass er mein Gesicht mit den Tränen nicht sehen kann. Irgendwann schafft er es aber doch und küsst mich. "Bist du traurig? Hast du Kummer? Willst du reden?", sagt er dann. Ja ja nein, denke ich, aber nur das Nein kommt aus meinem Mund. Ich würde so gerne mit ihm über alles reden, wirklich über alles. Ich glaube, ich werde ihm alles schreiben. Schreiben war für mich schon immer leichter.

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