Samstag, 17. November 2012

Eine halbe Stunde nachdem mein Vater nach Hause kam, alleine. Mein Vater bittet mich mitzukommen. Er meint, dass nur ich meine Mutter noch dazu bewegen könnte nach Hause zu gehen. Auf ihn hört sie nicht mehr. 
Ich gehe mit.
Plötzlich stehe ich in diesem Raum. Es ist irgendwie dunkel und neblig von dem ganzen Zigarettenrauch. Überall sitzen mir unbekannte Menschen, die ich jedoch nicht registriere. Ein Hund bellt. Ich frage mich, was der hier macht. Ich sehe meine Mutter vor einem dieser leuchtenden, komische Geräusche machenden Automaten direkt vor mir. Sie hatte keinesfalls vor zu gehen. Tränen laufen mir die Wangen runter, als ich sie anticke. Sie dreht sich um, guckt verwundert und fragt, was ich hier mache. Ja, das ist nicht mein Gebiet, nie wollte ich hierherkommen, niemals. Ich bitte sie mit nach Hause zu kommen. Mein Vater hinter mir hat schon lange die Geduld verloren. Er wird meiner Mutter gegenüber laut. Sie realisiert gar nicht, was eigentlich abgeht. Ich weine immer mehr und mehr, ich kann nicht aufhören. Ich weiß, dass ich grade im Mittelpunkt stehe. Alle Augen dieser mir fremden Menschen sind auf mich gerichtet. Auch weiß ich, dass mein Besuch hier in den nächsten Stunden, wenn nicht sogar Tagen, der Gesprächsstoff für diese Menschen sein wird. Mein Vater drängelt sich zu dem Automaten und drückt die Taste, die das Geld auswirft. Meine Mutter holt ihre Jacke und steckt das Geld aus dem Automaten in ihren Geldbeutel und wir gehen raus. Die Frau hinter der Theke guckt mich bemitleidend an und verabschiedet uns höflich. Draußen angekommen habe ich endlich aufgehört zu weinen. Auf dem Weg nach Hause läuft meine Mutter auf die andere Straßenseite und bleibt dort auf einer Mauer sitzen. Sie versteht nicht, wieso mein Vater und ich sie grade von dort abgeholt haben. Sie denkt, wir meinen es böse und hassen sie und was weiß ich nicht alles noch. Zu Hause wirft sie sich aufs Bett und heult. Ich setze mich zu ihr und versuche sie zu beruhigen, was mir auch gelingt.
Und jetzt soll alles wieder "normal" sein. Ich verstehe das alles nicht. Meine Eltern müssen endlich einsehen, dass sie Hilfe brauchen und diese auch annehmen. Ansonsten werden sie immer tiefer sinken.

Kommentare:

  1. Oh man .. oh man. Ich kann mir vorstellen was für eine beschissene Situation das gewesen sein muss ..

    Deine Mum scheint aber auf dich zu hören.
    Hast du mit ihr mal darüber geredet ? Dass sie und dein Vater ernsthaft Probleme haben ..?
    Wenn dein Vater sowieso deine Mutter da wegholen wollte, scheint er das ja schon realisiert zu haben. Oder ?

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    1. Wir haben schon so oft darüber geredet.. aber irgendwie wollen sie es nicht einsehen. Am Anfang war es ja hauptsächlich mein Vater, der ein Problem hatte, aber jetzt zieht er meine Mutter da total mit rein... Ich weiß echt nicht mehr, was ich alles noch versuchen kann um sie wieder auf die richtige Bahn zu bringen.. Auf mich hören sie da nicht und auf meine Oma auch nicht. Ich verstehe das alles einfach nicht.. :(

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    2. Fuck .. Das ist nicht gut ..
      Die müssen doch merken wie sehr du darunter leidest ..
      Na ja .. Das Problem an der Sache ist, dass sie Erwachsen sind .. Sie müssen wissen, was sie tun .. Das ist leider das Traurige. Ich würds mir wirklich anders für dich wünschen. Denn das hast du nicht verdient.

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    3. Du bist süß, danke.
      Nur leider muss man halt einsehen, dass man es nicht ändern kann ._.

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